Eun-Ji x Jin
„Hey, da bin ich. Was gibt’s so Wichtiges?“, begrüßt Eun-Ji ihren Freund Jin.
Er schickte ihr vor etwa einer Stunde eine Nachricht, in der er sie zu sich in die Wohnung bat.
Seit drei Tagen empfing die junge Frau keine einzige Nachricht mehr von ihm, sodass sie sich bereits Sorgen gemacht hatte.
„Komm‘ rein“, erwidert er, ohne ihr zu antworten. „Ist etwas passiert?“, fragt sie besorgt nach, als sie seinen ernsten Gesichtsausdruck bemerkt. Schweigend folgt sie ihm durch die Wohnung zu seinem Zimmer. Ohne auf ihre Frage zu antworten, deutet er wortlos auf das Bett. Ratlos lässt sich Eun-Ji auf der weichen Oberfläche nieder. So oft hatte sie schon mit ihm hier gelegen, über alles Mögliche geredet, gekuschelt oder andere wunderschöne Dinge gemacht.
Was war bloß passiert, dass ihr Freund schaut wie sieben Tage Regenwetter? Bei ihrem letzten Treffen war noch alles in Ordnung gewesen. Sie alberten gemeinsam herum, er hielt sie lange im Arm und gemeinsam schauten sie den flimmernden bunten Lichtreflexen auf dem Han-River zu. Der plötzliche Sinneswandel ist für sie einfach nicht nachzuvollziehen.
„Eun-Ji, ich weiß, dass kommt jetzt plötzlich, aber es geht nicht mehr“, beginnt er stockend und lehnt sich an die Kante seines Schreibtisches.
„Wie? Was geht nicht mehr?“, fragt Eun-Ji ahnungslos. Er wird doch nicht daran denken, alles zu beenden? Wieso sollte er das auch tun? Sie passen perfekt zusammen und ergänzen sich wie zwei zusammengehörige Puzzleteile. Durch ihn fühlte sie sich wie der glücklichste Mensch der Welt. Sie dachte immer, dass das auch auf ihn zutraf oder täuschte sie sich?
„Das mit uns. Das funktioniert einfach nicht. Du weißt, wir werden nie richtig zusammenkommen können. Ich darf dich nie öffentlich berühren, umarmen oder küssen.“ „Aber das war doch bisher auch kein Problem. Ich weiß das alles und habe mich trotzdem dafür entschieden, also was hat sich verändert?“ Er schaut kurz verzweifelt an die Decke, als würde er sich dazu zwingen die nächsten Worte auszusprechen: „Aber ist es das was du willst? Immer nur im Hintergrund stehen, wenn ich vor die Tür gehe? Fünf Schritte hinter mir zu laufen und so zu tun, als würdest du nicht zu mir gehören? Du hast etwas Besseres verdient.“ „‘Was Besseres als dich?“, entgegnet sie trocken. Eun-Ji kann es nicht fassen. Jin hat tatsächlich vor, ihre Beziehung, die gerade so gut lief, ohne mit der Wimper zu zucken zu beenden.
Verächtlich schüttelt sie den Kopf. „Und das fällt dir jetzt ein? Nachdem ich dir mein Herz geschenkt habe? Nachdem ich mich auf all‘ den Scheiß hier eingelassen habe?“ Vorwurfsvoll breitet sie die Arme aus. Als Eun-Ji Seokjin kennenlernte, wusste sie nichts von seiner Berühmtheit. Er hatte ihr später davon erzählt und es war ihr schwer gefallen, den Kontakt nicht sofort abzubrechen.
„Es tut mir leid“, flüstert Jin. Schweigen breitet sich im Raum aus. Während Eun-Ji fassungslos Jin anstarrt, weicht dieser ihren Blicken aus, schaut überall hin nur nicht in ihre Richtung. „Sag‘, dass das nicht dein Ernst ist. Letzte Woche hast du mir noch versprochen mich nie allein zu lassen. Du hast davon gesprochen mit mir alt zu werden, Kinder und Enkelkinder zu bekommen, ein Haus zu kaufen. Hat das nichts bedeutet?“, heiße Tränen bahnen sich den Weg über ihre Wangen.
Nachdem wieder keine Antwort zu vernehmen ist, spricht sie den Gedanken an, welcher ihr am meisten Angst bereitet und am schwersten auf ihrem Herzen liegt: „Hast du mich überhaupt geliebt? Denn ich liebe dich und wenn du mich nie…“ „Natürlich“, unterbricht er und schaut ihr endlich ins Gesicht. Unfassbarer Schmerz schimmert in seinen Augen und auch er scheint den Tränen nahe. Wütend brüllt Eun-Ji: „Und wieso tust du das dann?“ „Weil es nicht geht. Ich steh früh auf, fahre ins Studio, trainiere bis es dunkel wird, fahre zurück, esse und gehe wieder schlafen. Wo soll ich da noch Zeit für eine Freundin haben? Wie soll das funktionieren?“ „So wie es bisher war, hat es irgendwie funktioniert.“ Jin schaut sie traurig an. Lahm erwidert er: „Aber es funktioniert jetzt nicht mehr.“
Erschöpft sackt Eun-Ji in sich zusammen. Alle Wut, die sie bis eben noch gespürt hatte, ist aus ihr gewichen. Nur der Schmerz, welcher sie zu ersticken droht, ist übriggeblieben. Atemlos versichert sie sich ein letztes Mal: „Du wirst mir den wahren Grund nicht nennen oder?“ „Nein.“ Sie mustert sein Gesicht und versucht etwas aus ihm zu lesen. Seufzend gibt sie auf. „Dann gib mir das Armband zurück.“ Mit zugekniffenem Mund löst er das Silberarmband um sein Handgelenk. Mit langsamen schweren Schritten bewegt er sich auf sie zu. Sie hält ihm ihr Handgelenk hin und er versucht es zu befestigen. Den Moment nutzt Eun-Ji ihn an seinem Hemd zu sich zu ziehen und ihre Lippen auf die von Jin zu drücken. Erstarrt steht er da, bevor er kurz die Augen schließt, um sie sofort wieder aufzureißen und sie sanft von sich zu schieben.
„Was ist es?“, flüstert sie erstickt. „Sie verbieten es“, flüstert er so leise, dass sie es fast nicht verstanden hätte. „Das Entertainment hat es herausgefunden und der Vertrag verbietet es mir, eine feste Beziehung einzugehen.“ Ganz sanft und vorsichtig, als würde er sie dadurch verletzen können, legt er seine Stirn an ihre. Kummervoll schaut er ihr nun endlich direkt in die Augen ohne den blick abzuwenden. „Ich wünschte es wäre anders“, murmelt er traurig, „ich wünschte, ich wäre jemand anderes.“ Qualvoll schließt Eun-Ji die Augen und genießt ein letztes Mal seine Anwesenheit. Sie lässt alle Gedanken frei und atmet tief ein. Ein letztes Mal durchlebt sie jeden glücklichen Moment, den sie mit ihm teilen durfte. Ein letztes Mal sammelt sie alle Gedanken an die Zukunft mit ihm. Ein letztes Mal fühlt sie sich frei, wie sie sich wahrscheinlich nie wieder fühlen wird. Sorgsam verschließt sie alles in ihrem Herzen.
Beim Ausatmen öffnet sie wieder die Augen und schaut ihn durchdringend an. „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ Leicht nickt ihr Gegenüber und zieht sie in seine Arme. „Es tut mir so leid“, flüstert er immer wieder und wieder. Er fängt hemmungslos an zu heulen und klammert sich an ihr fest. Auch Eun-Jin laufen die Tränen in Strömen über die Wangen und tropfen auf sein Hemd.
Sie halten sich gegenseitig, stützen sich, wissend, dass es der letzte Abend sein wird, den sie beisammen verbringen.
-The Story Never Ends-
Jisy x Jimin
‘Ich brauche nur zehn Sekunden, dann geht es schon wieder‘, versucht Jisy sich selbst zu beruhigen. So oft sie auch versucht, tief durchzuatmen, will der Kloß in ihrem Hals nicht verschwinden.
„Jisy, wo bleibst du denn?“, ruft ihr Vater schimpfend aus dem Wohnzimmer. „Sie weint wahrscheinlich, weil sie nicht auf dem BTS Konzert ist“, hört Jisy ihre große Schwester Lapis rufen. Ihr richtiger Name jedoch ist Latizia. Als sie sich vor wenigen Jahren beide noch ein Zimmer teilen mussten, hatte Lapis eine Zeit lang für den Roman: „Das Lapislazuliherz“ geschwärmt, sodass Jisy ihr einfach den Spitznamen Lapis verpasst hatte. Zu der Zeit hatten sie viel miteinander gestritten und sind sich die meiste Zeit aus dem Weg gegangen, doch seitdem beide ihre eigenen Zimmer besitzen und ihr Bruder ausgezogen ist, sind die beiden Schwestern sich viel nähergekommen. Manchmal bezeichnet Jisy ihre ältere Schwester auch als ihre beste Freundin, da sie immer für sie da ist, sie über alles mit ihr quatschen kann und ihre große Leidenschaft Kpop mit ihr teilt.
Doch kennt Lapis sie so gut, dass sie wissen kann, dass sie wegen des Konzertes weint? Kennt ihre Schwester sie wirklich so gut?
Ein letztes Mal wischt sie sich die Tränen von den Wangen, ehe sie den Raum betritt, in dem ihre Familie schon wartend sitzt. Bei dem Anblick des Abendessens, würde sie am liebsten wieder in ihr Zimmer rennen und sich unter ihrer Bettdecke verstecken. Sie ist sich sicher, dass sie im Moment keinen einzigen Bissen herunterbekommt.
„Oh, sie hat tatsächlich geweint“, stellt Lapis erschrocken fest und musterst Jisy kritisch.
„Wenn wir das nur gewusst hätten, dass es so schlimm wird, hätten wir Jisy doch zu dem Konzert geschickt“, erklärt ihre Steifmutter und schaut sie mitleidig an. Jisy weiß genau, dass das nicht stimmt. Vor Monaten, als die Frage stand, ob sie zu dem BTS Konzert in Berlin gehen dürfte, war ihre Stiefmutter mit jeder Faser ihres Körpers dagegen gewesen. Doch der entscheidende Punkt, an dem ihr Wunsch scheiterte, war natürlich mal wieder ihr Vater gewesen. Er vertritt die Meinung, dass sie mit ihren 13 Jahren noch nicht auf so ein großes Konzert gehen sollte. Und so kam es, dass ihre Freundinnen an dem Abend alle auf dem Konzert ihre heißgeliebte Band live sehen würden. Dabei ist sie diejenige, welche als erste Teil von A.R.M.Y. war. Jisy hatte ihnen erst BTS gezeigt, ehe sie auch alle dem Bann der koreanischen gutaussehenden Männer verfallen sind.
Natürlich gönnt sie ihren Freunden, dass sie auf das Konzert gehen können, doch fühlt sie sich einfach ausgeschlossen.
Nach dem Abendessen quatscht Jisy noch kurz mit Lapis, doch diese ist in ihren Gedanken wieder bei einer ihren neuen Geschichten, die sie auf einer Fanseite veröffentlicht. Traurig trottet sie in ihr Zimmer und lässt sich auf ihr Bett fallen. Mit Tränen in den Augen, welche zurückgekehrt sind und sie nicht zurückhalten kann, schläft sie ein.
„Wie war es in der Schule?“ Lapis, welche sich gerade ächzend auf einem der U-Bahnsitze niedergelassen hat, schaut sie erwartungsvoll an. „So wie immer. Wir haben uns heute in Bio gegenseitig kleine Briefe geschrieben, in denen wir dem anderen sagen sollen, was wir an ihm mögen. Markus hat mich gezogen“, sie holt einen kleinen zerknitterten karierten Zettel aus ihrer Hosentasche und reicht ihn Lapis, „er hat geschrieben, dass ich nett und höflich bin, außerdem nicht störe.“ Lapis nimmt ihr den Zettel ab, schaut kurz einmal das Papierstück an, auf welchem jemand krakelig 1. bis 5. Geschmiert und nach dem dritten Punkt einfach aufgehört hat. Sie hebt dann ihren Blick, um ihr fest in die Augen zu schauen. „Der hat echt keine Ahnung“, sie grinst ihre kleine Schwester an, „du bist so viel mehr als das. Zuallererst bist du die allerbeste Schwester, die man sich wünschen kann. Obwohl du die jüngere von uns beiden bist, willst du dich um mich kümmern, wenn es mir schlecht geht und du meckerst nicht rum, wenn ich mal was von dir verlange, was dir nicht passt. Ich kann mit dir über so gut wie alles reden, dabei bist du vier Jahre jünger. Für dein Alter bist du im Vergleich zu anderen schon sehr weit und erwachsen und denkst immer an beide Seiten in einer Diskussion. Außerdem bist du nicht so eine blöde Plaudertasche, wie ich, sondern bewahrst Geheimnisse gut auf.“, endet sie ihren kleinen Vortrag. Jisy freut sich über die Worte ihrer Schwester, welche sie aufmuntern sollen. Als Lapis ihre Arme ausbreitet, lässt sie sich in eine enge uns wunderschöne Schwesternumarmung ziehen.
Gerade, als die Schwestern sich umarmen, geht ein kräftiger Ruck durch die gesamte Bahn, sodass der Zug zum Stillstand kommt und hätte Lapis sich nicht mit der einen Hand an der Haltestange und mit der anderen an Jisy festgehalten, wären die beiden hingefallen.
Nach dem Schreck schauen sie sich um und bemerken, dass ein paar Menschen in der Bahn sich nicht festgehalten haben und dadurch durch den Wagen gepurzelt sind. Als Jisys Blick von dem einem Ende des Wagens zum anderen schweift, bleibt ihr Blick geschockt an der nächsten Tür hängen.
Nein, das kann einfach nicht sein, sie muss träumen. Lapis bemerkt den starren Blick ihrer Schwester und schaut nun ebenfalls in die Richtung.
„Sag mal, hab‘ ich Halluzinationen oder stehen da an der Tür wirklich die Member von BTS?“, flüstert Lapis Jisy ins Ohr, obwohl das nicht nötig gewesen wäre, da sie es eh nicht verstehen würden.
„Wieso…, Was machen die…, Oh. Mein. Gott.“, versucht Jisy immer wieder einen Satz zu formen. Ihre Augen kann sie nicht von ihren absoluten Lieblingssängern wenden. Als Jimin jedoch ihr Starren bemerkt und sie verwundert anschaut, dreht sie sich schnell zu Lapis um und tut so, als würde sie mit ihr sprechen. Dabei kommen zusammenhangslose wirre Wörter aus ihrem Mund, sodass ihre Schwester sie mit zusammengekniffenen Augen musterst. „Äh Jisy? Geht es dir gut?“, fragt sie und schaut immer wieder zu BTS herüber, die nun ebenfalls alle zu ihnen schauen. Ein breites Lächeln bildet sich auf Lapis Gesicht. Schnell zieht Jisy sie am Arm und zischt: „Hör auf sie anzugucken, das macht ma…“
„Es gab einen technischen Ausfall am Zug. Die Weiterfahrt wird sich verzögern, ich bitte um Ihr Verständnis“, kommt die blecherne Ansage.
„Was hat er angesagt? Wieso machen sie die Ansage nur auf Deutsch und nicht auch noch auf Englisch?“, hört Jisy Namjoon sich auf Koreanisch beschweren.
Ihre Mutter hatte sich damals in den Kopf gesetzt sie in einen bilingualen Kindergarten und später auch Schule zu schicken, um wenigstens ihr von den beiden Schwestern das Lernen einer Fremdsprache zu erleichtern. Natürlich konnte es nicht einfach Englisch sein, sondern musste eine exotische Sprache sein. Dadurch beherrscht sie koreanisch fließend, währenddessen Englisch ihr viel Sorgen bereitet.
Doch sobald sie sich für Kpop interessierte, war sie ihrer Mutter so dankbar gewesen, dass sie ihr diese Sprache sozusagen mit in die Wiege gelegt hatte.
Jisy linst nun doch wieder so unauffällig wie möglich zu den Koreanern. Da sie sich nun wieder leiser unterhalten, kommen nur noch Wortfetzen bei ihr an. Irritiert sieht sie, dass Jimin sich die Hand hält und ein Koreaner, den sie nicht kennt, wahrscheinlich einer ihrer Manager, sich zu ihm beugt. Hat Jimin sich bei dem Manöver verletzt? Doch bevor sie weiter darüber nachdenken kann, kommt RM in ihre Richtung und bleibt vor ihr stehen.
Oh shit, sie hatten wohl doch gestarrt?
Mit großen Augen und stockendem Atem steht sie wie zur Salzsäule erstarrt da und denkt panisch nach, was sie jetzt tun oder sagen soll.
„Do you speak english?“, fragt RM und schaut die beiden Mädchen hoffnungsvoll an. Jisy bringt kein Wort heraus, so aufgeregt ist sie. Ihr Herz pocht so stark in ihrer Brust und sie kann ihr Blut bereits in ihren Ohren rauschen hören.
„Äh“, beginnt Lapis etwas unintelligent. Jisy wendet ihren Blick zu ihr und schaut sie wie RM erwartungsvoll an, „A little bit?“, antwortet sie dann lahm, wobei es eher nach einer Frage klingt. Bevor Namjoon zu einer Antwort ansetzen kann, fügt sie noch hinzu: „But my sister can speak korean.“ „Oh really?“, erwidert Namjoon erfreut und lächelt Jisy zu. „Ja, ein bisschen“, murmelt Jisy auf Koreanisch.
„Kannst du mir sagen, was der Schaffner gerade eben angesagt hat?“, fragt er sie sofort. „Er meinte nur, dass es irgendeine Störung gibt und sich die Weiterfahrt sich verzögert. Das ist nicht so ungewöhnlich. Wahrscheinlich dauert das nur ein paar Minuten“, antwortet sie ihm, währenddessen ihr tausende Gedanken durch den Kopf schießen.
Ob sie ihn nach einem Autogramm fragen sollte? Sollte sie ihm sagen, dass sie ihn kennt und ein A.R.M.Y. ist?
„Okay danke“, sagt Namjoon und dreht sich wieder um und geht zu seinen Hyungs. „Was hat er gesagt?“, fragt Lapis sie aufgeregt. Jisy antwortet nicht, sondern stellt ihrerseits eine Frage: „Hat Jimin sich verletzt?“ Jisy kann erkennen, dass Jimin ein Taschentuch auf seinen Daumen hält. „Sieht ganz danach aus“, erwidert Lapis ohne den immer noch ungläubigen Blick von den Membern zu wenden. „Du hast doch was mit“, ruft Jisy aufgeregt. „Was?“, verwirrt starrt Lapis ihre Schwester an. „Na dein Notfalltäschen, wo du immer alles drin hast. Du hast da doch auch Pflaster drin!“ Sofort kramt Lapis in dem vollen Rucksack herum und holt schließlich ein kleines Täschchen hervor. Drei unterschiedlich große Pflaster reicht sie ihrer Schwester mit den Worten: „Hier, gib‘ du es ihnen!“
„Kommst du nicht mit?“ Mit großen Augen schaut sie ihre Schwester an. Allein wird sie sich auf keinen Fall trauen die Gruppe anzusprechen. Lapis öffnet schon ihren Mund, überlegt es sich dann jedoch anders und schließt ihn wieder. Sie steht auf und gemeinsam gehen sie zu den jungen Männern herüber.
„Hey“, beginnt Jisy schüchtern. Sofort sehen sie alle abwartend an. „Ha-at sich Jimin verletzt?“, fragt sie dann pipsig. „Bist du ein ARMY?“, fragt Taehyung sofort. Erschrocken weiten sich ihre Augen. Sie hatte Jimins Namen gesagt, den sie gar nicht wissen durfte.
„Ja“, antwortet sie schließlich gleichzeitig mit Jimin und die beiden schauen sich an. „Brauchst du ein Pflaster?“, quetscht sie hervor und präsentiert die noch verpackten Wundpflaster in ihren Händen. „Ja, das wäre echt nett“, antwortet er. Er tritt zu ihr und nimmt das Taschentuch von seinem Daumen.
„Yoongi, du solltest echt aufpassen mit deinen Ringen, das ist ja gefährlich“, versucht er die Situation aufzulockern. Jisy öffnet die Packung mit der richtigen Größe und entfernt alle Papiere. Mit zitternden Händen platziert sie das Pflaster so, dass der Schnitt perfekt darunterliegt. Als sie das Pflaster aufsetzt und feststreicht, kann sie es einfach nicht fassen, dass sie gerade Park Jimin verarztet. Den Park Jimin, der ihr Bias von Anfang an war und erst vor ein paar Monaten von Namjoon abgelöst wurde.
„Danke“, Jimin lächelt sie lieb an und neigt ein wenig den Kopf zu ihr. „Was ist da drauf?“, fragt er während er das Pflaster eingehend betrachtet. „Tabaluga“, antwortet Jisy, „das ist ein kleiner grüner Drache aus dem deutschen Kinderfernsehen“
„Taba- was?“, fragt Jimin nach und in dem Moment setzt sich die Bahn wieder in Bewegung.
„Taa-baa-luu-gaa“, wiederholt sie langsam und in Silben getrennt. Jimin spricht ihr nach und lacht, als er sieht, dass Lapis, welche hinter Jisy an einer Haltestange gelehnt steht, beide Daumen in die Höhe reckt. „Das ist meine Schwester Lapis, sie ist auch ein Fan von euch, aber sie mag das nicht so. Also das Fansein.“
„Wir müssen aussteigen“, unterbricht der Manager ihr Gespräch. „Hat uns gefreut euch kennenglernt zu haben“, lächelt Namjoon. Die Türen öffnen sich und BTS steigt aus, bevor sie entgültig den Aufgang nach oben auf die Straße verschwinden, dreht Jimin sich noch einmal um und ruft: „Und danke für das Verarzten“
„Wieso sind wir vorhin nicht einfach mit ihnen ausgestiegen?“, jammert Jisy wahrscheinlich zum tausendsten Mal und kickt, wütend auf sich selbst, ihre Hausschuhe, die vor ihr liegen weg.
„Weil wir nun einmal keine Stalker und auch keine verrückten Fans sind.“ „Stimmt… Wir haben einfach BTS getroffen“, schreit Jisy und strahlt plötzlich wieder unglaublich glücklich. Seitdem sie aus der Bahn ausgestiegen sind, geht das schon so. In dem einen Moment ist sie überglücklich und im nächsten Moment totunglücklich. Lapis spürt zwei Arme, die sich von hinten um sie schlingen und sie erdrücken. „Hilfe! Ich bekomme keine Luft mehr!“, lacht sie und freut sich, dass ihre Schwester in dem Moment wieder so glücklich ist.
Das verrückte Auflachen des ältesten Mitgliedes aus BTS signalisiert, dass Jisys Lieblingsgruppe einen neuen Post auf Twitter veröffentlicht haben.
Jisy schnappt sich ihr Handy und schaut sofort nach. Ein neues kleines Video ist auf dem Account zu finden. Lapis stellt sich neben sie und sie schauen es gemeinsam.
In dem Video ist Jimin zu sehen, wie er seinen Daumen mit dem Pflaster in die Kamera hält. Er lächelt, sodass seine Augen zu verschwinden scheinen und formt seine Finger zu dem Herzzeichen. Mit seiner weichen und süßen Stimme, die jedes Fangirlherz zum Schmelzen bringen, singt er: „Ta-ba-lu-ga“.
-The Story Never Ends-
Mila x J-Hope
Verträumt betrachtete Mila Jonsson die hoch vor ihr aufragenden Wolkenkratzer. Südkoreas Hauptstadt kam ihr wie das Gegenstück zu dem Örtchen vor, aus dem sie stammte. In Schweden gab es auch keine vergleichbare Stadt, selbst Stockholm konnte sich nicht mit diesem Giganten messen. Seoul schläft nie, das hatte sie in den letzten Tagen selbst zu Gesicht bekommen. Bisher konnte sie sich nicht entscheiden, ob ihr das nun gefiel oder stresste. Sie war zwar für die Ausbildung zur medizinischen Fachangestelltin in die nächstgelegene Großstadt gezogen, doch ein Jahr nach ihrem Abschluss kehrte sie in ihre Gemeinde Svenljunga zurück, um dem alten Arzt unter die Arme zu greifen. Ihr geplanter Wechsel von dem kleinen Dorf Holsjunga mit einer Einwohnerzahl von 255 Menschen zu der Millionenstadt Südkoreas, würde ihr wahrscheinlich doch mehr zu schaffen machen, als sie es bisher vermutet hatte.
Lächelnd schloss sie die Augen und lehnte sich in den bequemen Sitz des Taxis zurück. Das alles nahm sie gerne in Kauf für ein wenig mehr Zeit mit ihrem Freund. Bei dem Gedanken an den bevorstehenden Abend, schlug ihr Herz vor Freude ein bisschen schneller.
Hoseok lud sie an dem Tag, an dem sie mit dem Flugzeug ankommen war, zum Essen ein. Zuerst wollte er sie in ein exklusives Restaurant ausführen, doch hatte sie ihn in seinem Vorhaben gestoppt und sich bei ihm erkundigt, wo er immer Essen gegangen war, als er noch zuhause bei seinen Eltern wohnte und noch keinen Gedanken an eine Kpop-Karriere verschwendete. Er hatte sie zunächst skeptisch angesehen und meinte, dass sie dort keine Berührungen austauschen könnten und die Gefahr höher war, dass er in solch einem Lokal entdeckt würde. In einem der nobelsten Restaurants könnte er ihnen einen kompletten Raum nur für sie buchen, sodass sie unbeschwert den Abend genießen würden.
Mila bestand dennoch auf das kleine urige Lokal, welches er in seiner Kindheit und Jugend besucht hatte. Im Nachhinein stellte es sich als die richtige Wahl heraus. Sie erzählten viel aus ihrem Leben, ihre Gefühle und über alle möglichen Dinge, die ihnen wichtig waren. Als er sie mit dem Taxi nach Hause fuhr, dankte er ihr dafür, dass sie auf das kleine Lokal bestanden hatte. Seit langem konnte er sich mal wieder so frei und normal fühlen. Das hatte ihm sehr gefehlt. Zum Abschied küssten sie sich in einer kleinen Nische zwischen zwei Häusern. Dort hatte sie niemand sehen können, sodass es schnell sehr leidenschaftlich wurde.
Wie das mit ihnen funktionieren konnte, verstand sie immer noch nicht ganz. Zumindest rational konnte sie es nicht nachvollziehen. Die Kommunikation zwischen Beiden war von Anfang an schwierig gewesen. Da sie kein koreanisch und er kein schwedisch sprach, blieb ihnen nur die Möglichkeit über Englisch miteinander zu kommunizieren. Weil beide nicht unbedingt Profis in dem Gebiet waren und sich Hoseok meist auch nur in gebrochenen Sätzen äußern konnte, wussten beide bis zu dem Punkt nur sehr wenig voneinander. Ihre Freunde und Familie fragten Mila immer wieder, wie das zwischen ihr und dem Koreaner überhaupt funktionierten konnte.
Auf diese Frage konnte sie meist nichts erwidern. Es gab keinen logischen Grund für diese Verbindung. Sie liebte einfach seine Art, ja sein ganzes Wesen. Während der Zeit der Fernbeziehung beschränkten sie sich größtenteils darauf Fotos hin und her zu senden. Das eine zeigte sie mit einem riesigen Eisbecher und einem mindestens genauso großen Grinsen im Gesicht. Er antwortete ihr mit einem Bild, auf welchem er sich ein Stück Tintenfisch in den Mund schob und mit großen Augen auf die Köstlichkeit schielte. Seine Fotos und kurzen Sätze brachten sie einfach zum Lachen und in stressigen Momenten hatte er ihr mit einer kleinen Nachricht immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht zaubern können.
Emotional verstand sie die Verbindung. Es fühlte sich an, als könnte er sie einfach ohne Worte verstehen. Sie brauchten keine Worte, um sich zu sagen, dass sie sich in der Gegenwart des anderen wohlfühlten. Sie war sich absolut sicher, dass sie so einen Menschen kein zweites Mal im Leben finden würde. Aus dem Grund hatte sie sich vor wenigen Monaten dazu entschlossen zu ihm nach Südkorea zu ziehen. Jeder rational denkende Mensch würde sie für verrückt erklären, dass sie nach etwa einem halben Jahr schon über den halben Globus reiste, um mit dieser Person mehr Zeit verbringen zu können. Wahrscheinlich war sie auch verrückt, aber das war ihr egal. Sie wusste, welche Verbindung sie mit Hoseok teilte und dass diese nicht so schnell zerstört werden könnte.
Mit starkem Akzent ertönte die Stimme des Taxifahrers auf Englisch. Er forderte Mila auf zu zahlen und auszusteigen. Sie hatten ihr gewünschtes Ziel erreicht. Sie reichte ihm das Geld, packte das Päckchen auf dem Sitz neben ihr und stieg aus. Sie nahm noch wahr, wie sich der Ausdruck des grimmig dreinschauenden Fahrers zu einem breiten Grinsen änderte. Während das Taxi sich wieder in den Verkehr einfädelte, blieb sie zweifelnd auf dem Gehweg stehen. Hatte sie ihm etwa zu viel Geld gegeben? Machte man das in Korea nicht so? Sie hatte sich die Taxifahrt davor schon gefragt, ob sie etwas falsch gemacht hätte, den Gedanken aber sofort wieder verworfen. Und wenn schon, dann hatte sie einem Mann ein paar Won mehr bezahlt und er konnte damit seiner Familie, die zuhause auf ihn wartete, vielleicht eine kleine Freude machen.
Sie würde einfach, wenn sie mal Zeit hatte, im Internet nachzuschauen, wieviel ein Taxifahrer in Seoul so bekam.
Vor ihr ruhte ein großes, luxuriös aussehendes Gebäude. Sie kramte nochmal den Zettel aus ihrer Hosentasche, auf dem ihr Freund die Adresse und die Hausnummer in aller Hast draufgekritzelt hatte. Sie war sich nicht sicher, ob die zweite Zahl tatsächlich eine drei darstellen sollte. Jede andere Zahl wäre bei dem Gekrakel auch möglich gewesen.
An seiner Handschrift musste er wohl oder übel noch arbeiten, wenn er ihr jemals einen Liebesbrief schreiben wollte, sonst verstand sie ihn noch falsch und würde denken, er schriebe übers Schlussmachen. Bei dem Gedanken, wie Hoseok einen Liebesbrief verfassen würde, musste sie schmunzeln. Bei dem Schreiben dieser Briefe würde sie zu gerne Mäuschen spielen. Vielleicht sollte sie seine Freunde einfach fragen, ob sie ihn dabei heimlich aufnehmen würden. Den Gedanken verwarf sie gleich wieder. Das wäre nicht nur übergriffig, sondern auch gegen ihre Prinzipien. Für sie war in einer Partnerschaft das Wichtigste gegenseitiges Vertrauen und das würde sie mit so einer Aktion brechen.
Mila war vor der Eingangstür stehen geblieben. Wie das gesamte Haus sah diese sehr edel und hochwertig aus. An der Klingel konnte sie sogar eine Kamera erkennen, die den Bewohnern zeigte, wer vor der Tür stand. Für die Jungs, welche sobald sie die Straßen betraten von tausenden Fans umkreist wurden, war das wahrscheinlich nötig, um nur angemeldeten Besuch hereinzulassen.
Hoseok hatte ihr erzählt, dass sonst ein Mann von der Secruityabteilung die Tür öffnete und den Eingang bewachte, doch hatte dieser sich den Abend frei genommen, sodass ihr nun einer der sieben gutaussehenden Männer entgegenblickte.
„Annyeong MJ!“, begrüßte sie Jimin herzlich und mit einem breiten Lächeln. Den Spitznamen hatte sie ein wenig vermisst. Damals hatten die sieben Quatschköpfe ihr dieses Kürzel verpasst, da sie ihren europäischen Namen Mila Jonnson nicht hatten aussprechen können.
Jimin bedeutete ihr reinzukommen und sie trat in die Welt der Mitglieder von BTS ein. Jimin sagte etwas auf Koreanisch und merkte zugleich, dass sie ihn nicht verstehen konnte, weshalb er versuchte auf Englisch mit ihr zu kommunizieren. „Äh, …“, begann er und scheint keine passenden Worte zu finden. Anhand seiner Gestik verstand Mila, was er von ihr wollte. „Meine Jacke?“, fragt sie ihn. Sie hätte auch einen ganzen Satz formulieren können, doch sie hat das Gefühl, dass er sie mit so wenig Worten wie möglich besser verstehen würde. „Ja, ja genau“, antwortete er und nahm ihr die Jacke ab. Sie folgte ihm durch die Eingangshalle zur Gardarobe. Während sie sich die dicken Sachen und die Schuhe auszog, legte er ihr flauschige blau-lilane Hausschuhe mit einem Fantasypferd hin. Diese Figur kam ihr bekannt vor, doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, woher sie die nun wiederkannte, versuchte Jimin ihr wieder etwas zu vermitteln. Etwas schüchtern lächelte er sie an. „Hoseok ist…“ er suchte nach dem richtigen Wort. „hmm… wasser?“, fragte er dann und machte merkwürdige Bewegungen, die erklären sollten, was Hoseok gerade tat. Mila musste ein wenig kichern. „Du meinst er ist im Bad?“ Jimin nickte ihr zu und musste dann auch lachen. „Ja genau, er ist im Bad.“ Er bedeutete ihr ihm zu folgen. Geminsam gingen sie in den ersten Stock und betraten einen großen Raum, welcher eine Küche mit einem Wohn- und Esszimmer verbindet. Staunend sah sie sich um. Die Küche war riesig und mit einer Kücheninsel ausgestattet, an der zur offenen Seite des Raumes hin mehrere Barhocker standen. Sie sah Jin vor dem Herd stehen, wie er versuchte allen Töpfen und Pfannen gleichzeitig gerecht zu werden. Mila hörte ihn auf Koreanisch etwas rufen, worauf Jimin neben ihr auf ihn zugeeilt kam und ihm zur Hand ging. Bevor sie alle Person in dem Zimmer begrüßte, stellte sie das mitgebrachte Päckchen auf der Kücheninsel ab. „Hey Mila! Schön, dass du da bist!“, vernahm sie die Stimme von Namjoon. „Annyeong Namjoon, Ich freue mich euch endlich hier besuchen zu können“, erwiderte sie und drehte sich zu ihm um. Etwas verunsichert stand sie da, während Namjoon auf sie zukam. Wie sollte sie ihn begrüßen? Mit Jimin hatte sie ein kurzes Nicken ausgetauscht, doch Namjoon kannte sie besser. Sie hatten in letzter Zeit öfter miteinander geschrieben und er hatte ihr bei den Überlegungen zum Umzug geholfen.
Er zog sie in eine freundschaftliche Umarmung, sodass sie sich darüber keine Sorgen mehr zu machen brauchte. Sie hatte gelesen, dass es in Korea üblich war, sich zur Begrüßung zu verbeugen, doch sie kam sich merkwürdig vor, wenn sie das tat. Es war ungewohnt und sie fühlte sich dabei etwas unwohl. Deshalb freute sie sich, dass Namjoon sie ganz nach europäischer Art zur Begrüßung kurz in den Arm nahm. „Hobi hat erzählt, dass die Anreise entspannt war“, begann er ein lockeres Gespräch. Er ging in Richtung Wohnzimmerecke und Mila folgte ihm. Namjoon ließ sich neben Jungkook und Taehyung auf eines von zwei Sofas nieder. Die beiden jüngsten waren voll in ein Videospiel vertieft und unterhielten sich angeregt auf Koreanisch. Wie gerne könnte sie jetzt die Muttersprache ihres Freundes. Es würde ihr viel in ihrem neuen Leben erleichtern. „Ja, der Flug war recht entspannt. Ich bin noch nie vorher so lang geflogen, deshalb war ich ein wenig aufgeregt, aber das hat sich dann gelegt.“, antwortete sie ihm und wollte sich ebenfalls setzen. Bevor sie dies jedoch tun konnte, stellten Jungkook und Taehyung ihr Spiel auf Pause und erhoben sich. Beide streckten ihr sofort die Hand entgegen. Verwundert griff sie nacheinander nach den Händen der jungen Koreaner. „God dag, MJ!“, begrüßten sie beide förmlich mit durchgedrücktem Rücken und einem belustigten Lächeln, welches sie nicht unterdrücken konnten. Verblüfft schaute Mila von einem zum anderen und wieder zurück. „J-Hope hat ihnen befohlen dich so zu begrüßen“, erklärte ihr Namjoon das Verhalten der Jüngsten. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Ihr Freund hatte anscheinend dafür gesorgt, dass sie gut aufgenommen wurde. Das ließ ihr ganz warm ums Herz werden. Jungkook und Taehyung hatten es sich wieder bequem gemacht und ihr Spiel fortgesetzt.
Ehe sie das Gespräch mit Namjoon wieder aufnehmen konnte, hörte sie ihren Namen. Hoseok kam Freude strahlend auf sie zu und nahm sie in den Arm. Er drückte sie ganz fest an sich. „Ich vermisse dich“, flüsterte er ihr ins Ohr, worauf sie ihm liebevoll antwortete: „Ich habe dich auch vermisst, Älskling.“ Daraufhin löste er sich von ihr und gab ihr einen zarten Kuss. Ein wenig errötet, da alle drei koreanischen Männer vom Sofa auszusehen konnten, löste sie sich von ihrem Freund und musterte ihn. Seine nassen Haare hingen ihm ins Gesicht. Er warf einen unsicheren Blick zur Seite und begegnete dem von drei neugierigen Freunden. Schnell wendete er sich ab, nahm ihre Hand und zog sie mit zur Küche. Sie fühlte sich ein wenig ausgeschlossen, als er anfing mit seinen Freunden in seiner Heimatsprache kommunizieren. Still stand sie daneben, verfolgte mit ihren Augen das Gespräch und genoss Hoseoks warme Haut an ihrer. „hungrig?“, fragte er sie, nachdem er seinen Kopf zu ihr gewendet hatte. „Ja“, antwortete sie, löste ihre Hand aus seiner und ging auf die Kücheninsel zu.
Sie öffnete das Tuch, welches um das Päckchen gewickelt war, welches sie vorhin abgestellt hatte. Zum Vorschein kam eine runde Kuchenform. Sofort kamen Hoseok, Jimin und Jin näher. Der Älteste lächelte ihr zu, nickte zur Begüßung und zeigte dann auf den Kuchen. „Das ist eine schwedische Spezialität: Morotskaka“, beantwortete sie seine unausgesprochene Frage. „Was ist drin?“, fragte Jin nach und betrachtete die Creme oben drauf genau. „Das ist ein Kuchen aus Möhren“, erklärte sie ihm.
Hoseok kam mit dem ausgestreckten Finger der süßen Creme gefährlich nahe. Bevor er sich etwas Klauen konnte, boxte sie ihm sacht in die Seite. „Du diebische Elster! Bort med tassarna! (Finger weg!)“, neckt sie ihn „Wenn du jetzt ‚was klaust, bekommst du nachher nichts.“ Er versuchte sie mit dem Hundeblick weich zu klopfen, doch sie lachte nur und zog ihn von dem Kuchen weg.
Jin, welcher wieder zu dem Essen geeilt war, rief laut auf Koreanisch, worauf alle begeistert aufsprangen und sich an einen niedrigen Tisch setzten, um welchen acht Kissen verteilt lagen. Milas Freund zog sie ebenfalls mit zu dem Tisch und bedeutete ihr neben ihm Platz zu nehmen.
Ein wenig aufgeregt wartete sie, bis sich alle am Tisch eingefunden hatten. Wen sie noch nicht gesehen hatte, begrüßte sie noch, ehe Namjoon das Wort ergriff. „Ich freue mich, dass wir es endlich mal wieder geschafft haben, ein Abend gemeinsam zu verbringen und zu essen. Im Namen von uns allen heiße ich dich nochmal herzlich Willkommen. Wir freuen uns, dass du gekommen bist. Hobi hat uns die letzten Tage ganz verrückt gemacht“, lachte er, zwinkerte Mila zu und sprch dann auf Koreanisch weiter, worauf alle ihre Gläser hoben. Mila tat es ihnen gleich. Jimin rief etwas, was sie als: „Auf Mila und Hoseok“ verstand. Alle wiederholten seinen Ausruf und hoben ihre Gläser. Lächelnd nippte sie an ihrem Glas Wein.
-Sexszene-
Sie hatten es endlich geschafft sich von den anderen zu lösen. Nachdem alles ein wenig holprig gestartet war, ist dann doch recht schnell ein anregendes Gespräch entstanden. Dass RM dabei den Dolmetscher spielen musste, fand er überhaupt nicht doof, wie Mila befürchtet hatte. Er freute sich vielmehr seine Freunde vertreten zu können und da sie um die gesamte Welt reisten, kannte er das Gefühl bereits aus unzähligen Interviews.
„Puh, endlich allein“, seufzt Hoseok und lässt sich rücklings auf sein Bett fallen. Lächelnd schließt er die Augen. Mila lässt sich auf einer Ecke des Bettes nieder und betrachtet ihn schmunzelnd. Selbst wenn er einfach nur dalag, waren seine Mundwinkel leicht angehoben. Sie fragt sich, wie ein Mensch nur solch eine Lebensfreude ausstrahlen kann. Doch je länger sie ihn betrachtet, bemerkt sie, dass seine Mundwinkel sich immer mehr nach unten bewegen und sein Gesicht nun mehr einen grimmigen, traurigen Ausdruck ziert. Vorsichtig krabbelt sie auf ihn zu, setzt sich neben ihn und zieht vorsichtig mit ihrem Finger seine Lippen zu einem Lächeln nach. Er öffnet die Augen und schaut sie intensiv an.
„Danke.“ Er schaut ihr tief in die Augen und lächelt zaghaft. „Wofür?“, fragt sie etwas verwirrt. „Dich“, antwortet er schlicht. Liebevoll schaut sie zu ihm herab und streicht ihm durch die Haare. Genießerisch schließt er die Augen und gibt einen kehligen Laut von sich. Lachend fragt Mila ihn: „Bist du eine Katze?“ Mit einem Mal öffnet er die Augen, packt sie und dreht sie so, dass sie nun unter ihm liegt. „Nein, ein Löwe!“, erwidert er und senkt seine Lippen auf ihre.
„Leo“, haucht Mila zwischen zwei Küssen in ihrer Heimatsprache. Darauf küsst Hoseok sie nur noch leidenschaftlicher, als wollte er ihr sagen, dass sie besseres tun konnte, als reden. Zu einem einzigen Knäul verschlungen, liegen sie gemeinsam auf seinem Bett und schmiegen sich aneinander.
Schwer atmend löst er sich letztendlich doch wieder von ihr und stützt seine Unterarme rechts und links von ihrem Kopf ab. Errötet schauen beiden sich in die Augen, ehe Mila nun ihrerseits ihre Lippen wieder auf seine drückt. Ihre eine Hand vergräbt sie in seinen Haaren und die Andere schlingt sie um seinen Körper, um ihn noch näher an sich zu ziehen. In diesem Moment fühlt sie sich unglaublich gelöst und gleichzeitig zieht sie ein tief aus ihrem Körper stammendes Gefühl immer weiter zu Hoseok. Sie wollte ihm näher sein, als sie es je bisher waren. Vorsichtig streicht ihre Hand unter sein Shirt. Sie merkt, wie sich sein gesamter Körper bei ihrer Berührung anspannt. Zärtlich berührt sie seinen warmen Rücken, während der Kuss von leidenschaftlich zu sinnlich wechselt. Leicht knabbert Mila an seiner Lippe und streicht ihm sanft über den gesamten Rücken.
Als ihre Hand zu seinem Bauch wandern will, löst Hoseok sich von ihr und stoppt ihre Hand in der Bewegung. Mit einem verkrampften Gesichtsausdruck schaut er sie an. Hatte sie etwas falsch gemacht? Mila versucht sich aufzusetzen, doch er drückt sie sacht zurück auf die weiche Matratze. „Ich…“, beginnt er und schaut auf ihre Brust, um ihr nicht in die Augen zusehen. „Was?“, fragt sie sanft und zwingt ihn sie anzusehen, indem sie sein Kinn mit ihrer Hand dirigiert. „Ich… nicht oft…“, ringt er nach Worten, schaut überall hin, nur nicht in ihre Augen. „Hoseok“, flüstert sie sacht. Als er nicht reagiert, versucht sie es noch einmal: „Hoseok, sieh mich an.“, fordert sie ihn auf. Widerwillig schaut er sie an, doch sie merkt, wie sich alles in ihm widerstrebt. „wir haben keine Zeit, … nur wenig Kontakt… ich hatte nur ein paar Mal“, zwingt er sich zu sagen. Mila merkt, wie sehr es ihn zu belasten scheint. Sie legt ihm einen Finger auf die Lippen und schaut ihn intensiv an: „Das ist egal. Hier und jetzt zählen nur wir beide. Du und ich, sonst nichts!“, versichert sie ihm. Nach ihrer Erklärung sieht er sie lange an. Mila lässt ihm Zeit darüber nachzudenken und seine Selbstzweifel auszuräumen. Sie nimmt seine Hand und legt sie auf ihre Brust. Er schaut erschrocken zu ihr, als er ihren schnellen Herzschlag spürt. „Ich bin auch aufgeregt“, erklärt sie ihm. Zaghaft nimmt Hoseok ihre Hand und führt sie nun seinerseits zu seiner Brust, damit sie auch seinen Herzschlag spüren kann. Mila hat das Gefühl, dass er verstanden hat, was sie ihm zu verstehen geben wollte. Es war egal, ob er Erfahrung hat oder es überhaupt schon einmal getan hatte. In dem Moment zählten nur die Beiden, alles andere war nebensächlich.
Hoseok lächelte Mila an und sie schmolz dahin. Von Anfang an hatte er sie verzaubert. Zärtlich greift er nach ihrer Hand, hält sie kurz mit seiner umschlossen. Sanft senkt er seine weichen Lippen wieder auf ihre, währenddessen er ihre Hand wieder unter sein Shirt schiebt. Langsam fährt sie seinen über seinen Bauch hoch zu seiner Brust, erkundet jeden Zentimeter seines Oberkörpers. Ein wohliger Seufzer entfährt ihr, worauf sie ihn an ihren Lippen lächeln spürt. Provozierend drückt Mila sich noch stärker an ihn und beginnt erneut einen Kuss, diesmal leidenschaftlicher und ungestümer.
Sie spürt eine kalte Hand unter ihre Bluse streichen (schlüpfen!). Ihr Körper zuckt unkontrollierbar, sobald er sie berührt. Hoseok löst sich und schaut sie fragend an. „Deine Hand ist eiskalt“, erklärt Mila ihm flüsternd. Sofort zieht er seine Hand und hält sie zwischen ihre Münder. Er fängt an zu pusten. Mila kichert über den Einfall und fängt auch an seine Hand warm zu pusten. Als sie seine weiche Handfläche wieder an ihrem Bauch spürt, ist sie angenehm warm. Mila nickt ihm zu, um ihm mitzuteilen, dass es so angenehmer ist. Während er nun dabei ist jede Stelle ihres Oberkörpers zu erforschen, legt er seine Stirn an ihre. Tief sehen sie sich in die Augen. Mila hat das Gefühl direkt in seine Seele, seine tiefsten Augen schauen zu können. Als seine Finger den Träger ihres BH streifen, holt sie zischend Luft und beißt sich anschließend auf die Unterlippe.
Die Atmosphäre im Raum wechselt schlagartig. Gerade eben wollte sie noch mit Hoseok kuscheln, sich einlullen lassen von seinem einzigartigen Geruch und ihn nie wieder loslassen. Doch mit der Berührung hatte er ein Feuer in ihr entfacht, was jede träge Zelle in ihrem Körper verschlang. Gierig drückt sie ihre Lippen gegen seine und bittet mit ihrer Zunge um Einlass, der ihr sofort gewährt wird.
Erschrocken schnappt sie nach Luft, als seine Hand geschickt zu ihrem Rücken wandert und mit einem kurzen Handgriff den Verschluss ihres BH öffnet. Nur ein paar Mal, ja? Dafür kann er aber sehr geschickt und schnell den BH eines Mädchens öffnen. Bevor sie den Gedanken weiterverfolgen kann und sich womöglich noch eine falschen Vermutung festsetzt, streicht Hoseoks Hand ganz vorsichtig über die empfindliche Haut ihrer Brust. Ein wohliger Schauer läuft ihr den Rücken runter. Er beendet den Kuss, nur um seine Lippen so weit von ihren zu entfernen, dass sie sich gelegentlich hauchzart streifen. Diese beinahe Berührung ihrer Lippen und seiner Finger, welche, wie von einem leichten Wind getragen, immer wieder ihre Brüste streifen. Mehr verlangend streckt sie sich ihm entgegen. Seine Lippen treffen wieder auf ihre und seine Hand berührt nun ihre ganze Brust. Erregt stöhnt sie in den Kuss, als er anfängt ihre Brust erst zögerlich dann mit mehr Selbstbewusstsein zu kneten. Um ihrer eigenen Energie Luft zu machen, vergräbt sie eine Hand in seinen Haaren, während die andere sich in seinen Rücken krallt. Atemlos löst Hoseok den Kuss, welcher immer leidenschaftlicher und intensiver geworden war, sodass keine Zeit für Luft holen blieb.
Mila öffnet die Augen und schaut ihren Freund fiebrig an. Seine Wangen sind leicht gerötet, seine Lippen angeschwollen und in seinem Blick liegt ein verlangendes Funkeln. Sie nutzt den Augenblick, um ihm sein Shirt über den Kopf zu ziehen. Staunend betrachtet sie seinen durchtrainierten Oberkörper. Grinsend sieht er sie an, worauf sie ihm leicht in den Bauch boxt. Hoseok lacht über ihren Versuch und erstickt jeden weiteren Versuch durch einen neuen Kuss. Er unterbricht den Kuss, um ihr ebenfalls die Bluse und den BH auszuziehen. Sobald die beiden Kleidungstücke neben seinem Shirt auf dem Boden gelandet sind, befinden sich Hoseoks warmen Lippen wieder auf ihren. Während er sich ihren Brüsten widmet, versucht Mila seine Hose zu öffnen, doch ihr Plan wird sofort im Keim erstickt, als seine Daumen zum ersten Mal über ihre Nippel streichen. Stöhnend bäumt sie sich auf und drückt ihre Mitte verlangend an seine. Sobald sie wieder einigermaßen klar denken kann, öffnet sie endlich seine Jeans und zieht sie langsam hinunter bis zu den Knien. Den Rest strampelt er mit seinen Beinen frei. Mila streicht über die Beule in seiner Unterhose. Leise stöhnt er in ihren Kuss hinein und bewegt sein Becken weiter auf ihre Hand zu. Seine linke Hand wandert nun auch zu ihrer Hose, die rechte verwöhnt weiter ihre Brust. Nachdem ihre Hose den Weg zu den restlichen Klamotten gefunden hat, legt sich Hoseok auf sie und schiebt ein Bein zwischen ihre. Doch anstatt wieder in einen Kuss zu versinken, legt er seine Lippen ganz zart an ihren Hals. Keuchend schließt Mila die Augen und genießt das Gefühl, dass sein Mund an ihrer Haut auslöst. Zart beißt er immer wieder in ihre Haut und leckt danach beinahe entschuldigend darüber. Fahrig wandern ihre Hände ruhelos über seinen Rücken. Sie wollte endlich mehr, sodass sie ihn wieder zu sich hochzieht. Ihre rechte Hand wandert zu seiner Unterhose. Geschickt schlüpft sie unter den Saum und berührt nun die empfindlichste Stelle des männlichen Körpers. Tief stöhnt er auf, als sie mit ihrer Hand den Schaft komplett umfasst. Langsam fängt sie an ihre Hand zu bewegen und beobachtet jeden Zug in seinem Gesicht. Seine Lippen wollen sich wieder auf ihre herabsinken, doch sobald sie auf ihre treffen, enden ihre Bewegungen abrupt. Mila will ihm in die Augen schauen können. Sie will sehen, wie verrückt er wegen ihr sein wird.
Langsam entfernt er sich wieder und schaut sie verwundert an. Überlegen grinsend mustert sie ihn genau, als sie wieder anfängt ihn zu verwöhnen. Seine Augen weiten sich ein wenig, als er begreift, was sie vorhat. Frech streckt Mila ihm die Zunge raus. Seine Antwort wird durch sein eigenes Stöhnen verhindert. Berauscht von diesem Gefühl schließt er die Augen. Während Mila sich an seinem Gesichtsausdruck weidet, bemerkt sie Hoseoks Hand erst, als diese über die Innenseiten ihrer Oberschenkel fährt. Erschrocken holt sie zischend Luft. Ihre Hand stoppt in ihrer Bewegung und sie verspürt wieder dieses verlangende Ziehen in ihrem Unterleib. Schadenfroh grinsend betrachtet Hoseok nun sie. Als seine Finger über ihre feuchte Mitte streichen, breitet sich ein erregtes Kribbeln in ihrem gesamten Körper aus. Sie merkt erst, dass ihr Mund die ganze Zeit offen gestanden hat, als Hoseok mit seiner anderen Hand ihr Kinn anhebt, um ihn zu schließen. Ein Kichern ist zu hören. Lacht er sie etwa aus? Empört starrt sie ihn an. Grinsend zuckt er mit den Schultern und zieht unschuldig die Augenbrauen in die Höhe. Seine Finger wandern unter ihren Slip und berühren die empfindliche Haut, sodass sie ein Keuchen nicht unterdrücken kann. Sein Grinsen wird noch ein Ticken breiter, wenn das überhaupt möglich ist. Mila beginnt nun ebenfalls wieder ihre Hand in seiner Boxershorts zu bewegen. Fest schauen sich beide in die Augen. Ein Wettkampf darum, wer länger die Beherrschung behält, ist entstanden. Seine Finger sind mittlerweile an der sensibelsten Stelle ihres Körpers angekommen. Immer wieder streicht seine Fingerkuppe über die pochende Perle. Sobald einer von Beiden die Geschwindigkeit anzieht, tut der andere es ihm gleich. Mit offenen Mündern und entrückten Gesichtsausdrücken blicken beide durch den jeweils anderen mit glasiger Sicht durch.
„Mila“, stöhnt Hoseok angestrengt. Er redet ohne es zu merken auf Koreanisch weiter. Als sie ihn nur verwirrt ansieht, flucht er in seiner Heimatsprache. „Ich…Ahhh…“, versucht er es erneut, diesmal in der richtigen Sprache, „kann nicht“, beichtet er und beißt sich fest auf die Unterlippe, um einen weiteren Stöhner zu unterdrücken. Sofort beendet Mila ihre Tätigkeit und auch Hoseok zieht ihre Hand aus ihrem Schritt. Bereits verschwitzt schauen sich beide an.
„Kondom?“, fragt Mila schlicht. Sofort springt Hoseok auf, holt ein Päckchen aus seinem Nachttisch und versucht sich auf dem Weg seiner Unterhose zu entledigen. Währenddessen zieht auch Mila sich das letzte verbliebene Kleidungsstück aus und setzt sich auf. Hoseok kniet sich neben sie und öffnet die Verpackung. Lächend betrachtet Mila seinen Körper. In ihren Augen gibt es keinen Menschen, der an seine innere wie äußere Schönheit heranreicht. Sie bemerkt, dass Er Probleme beim Überziehen des Kondoms hat, da seine Hände vor Erwartung zu sehr zittern. Sie schiebt sie beiseite und rollt es geschickt ab.
Hoseok drückt sie zurück in die Matratze und presst seinen Mund auf ihren. Mit einer Hand stützt er sich ab, die andere liegt auf Milas Brust. Er fängt an beide Brüste abwechselt zu kneten und streicht zwischendurch immer wieder über ihre harten Nippel. Sein harter Penis drückt leicht gegen ihren Eingang. „Bereit?“, vergewissert er sich noch einmal. Lächelnd nickt sie ihm zu und spürt im nächsten Moment schon, wie er langsam in sie eindringt. Ein stechender Schmerz breitet sich von ihrem Unterleib aus. Schmerzverzehrt schließt sie die Augen und krallt sich mit den Fingern in dem Lacken fest. „Mila“, flüstert Hoseok verunsichert. „Alles okay. Das geht gleich wieder. Gib mir kurz ne Sekunde“, antwortet sie ihm. Als der Schmerz allmählich nachzulassen scheint, öffnet sie wieder die Augen und nickt ihrem Freund zu. Ganz langsam beginnt er sich in ihr zu bewegen, damit sie sich an das Gefühl gewöhnen kann. Sobald der Schmerz komplett verschwunden ist, legt sie ihre Hände auf seinen Hintern. Erstaunt stellt sie fest, dass dieser fest und muskulös ist. Sie dirigiert seinen Körper mit ihren Händen sich schneller und stärker zu bewegen. Sofort erhöht er das Tempo und stößt nun stärker in sie. Berauscht von dem Gefühl stöhnt sie auf. Er forciert das Tempo ein weiter und Mila bemerkt, wie seine Stöße unkontrollierter werden und er bald kommen wird. Doch sie will auch auf ihre Kosten kommen. Deshalb stoppt sie ihn.
„Ich will“ Und mit den Worten entzieht sie sich ihm, setzt sich auf und dreht ihn auf den Rücken. Etwas verblüfft liegt da, während sie sich auf ihn setzt. Langsam lässt sie seinen Penis in sich eindringen. Langsam fängt sie an sich auf ihm auf und ab zu bewegen. Beide fangen an laut zu stöhnen und sie lässt seinen Penis mehrmals, so weit wie es möglich ist, in ihr versinken. Eine unglaublich verzehrende Gier hat von ihr Besitz ergriffen und sie bewegt sich immer schneller auf ihm, sodass ihre roten Haare ihr die Sicht auf Hoseok versperren. Berauscht von dem Gefühl lässt sie sich immer wieder auf ihn fallen.
„Mila, ich…“, versucht Hoseok ihr mitzuteilen, dass er kurz von Kommen ist. Ein letztes Mal erhöht sie ihr Tempo und kommt zeitgleich mit Hoseok, wobei ihr ein kleiner Aufschrei entfährt. Der Orgasmus erfüllt ihren ganzen Körper. Sie fühlt sich, als würde sie schweben. Sobald sie die Augen öffnet, sieht sie Hoseok, wie er glückselig lächelt und sie mit funkelnden Augen anschaut.
Mila fängt an zu kichern, was schnell in ein lautes glückliches Lachen wechselt. Hoseok steigt in ihr Lachen ein und kichert wie ein kleiner Junge, der soeben etwas Verbotenes getan hat.
„Ich will nicht wissen, was die Anderen alles gehört haben“, kichert Mila belustigt, doch ihre roten Wangen verraten ihre Scham. Peinlich berührt versteckt Hoseok sein Gesicht hinter seinen Händen und atmet theatralisch aus.
Sie lehnt sich zu ihm, schiebt seine Hände mit ihren beiseite und küsst ihn lange und leidenschaftlich. Sie steht von ihm auf und legt sich neben ihn. Nachdem er das Kondom entfernt hat, zieht er sich schnell eine Unterhose an, reicht Mila ihren Schlüpfer und sein großes Shirt, welches sie sofort überstreift. Sie legen sich beide wieder aufs Bett und er deckt sie beide zu. Glücklich kuschelt sie sich an ihren Freund und legt ihren Kopf auf seine Brust. Zufrieden schließt sie die Augen. Sie ist sich sicher in dem Moment die glücklichste Person im Universum zu sein. Sacht streicht Hoseoks Hand durch ihre Haare. Wäre Mila eine Katze, würde sie jetzt schnurren.
„Saranghae“, flüstert Hoseok zart. Das ist das erste Mal, dass er ihr seine Liebe gesteht. Mila hebt ihren Kopf und schaut ihn liebevoll an: „Jag älskar dig. Ich liebe dich.“ Es folgt ein langer sinnlicher, wunderschöner nie enden wollender Kuss.
Als sich Mila schließlich doch von ihm löst, betrachtet sie ihren gutaussehenden Freund. Er sieht verschwitzt und definitiv durch gevögelt aus. Doch dieses Funkeln in seinen Augen ist das einzige, was sie in diesem Moment sieht. Er liebt sie, da ist sie sich sicher.
„Hoseok?“ „Hmm?“ „Du musst dich übrigens nicht verstellen.“, eröffnet Mila ihm, „ich hab bemerkt, dass du heute ‚normal‘ gekleidet warst, aber das sollst du nicht. Du musst dich für mich nicht ändern. Du sollst einfach du selbst sein“, erklärt sie ihm. Zweifelnd sieht er sie an: „aber beim Essen, vier Tage zuvor. Du wolltest nicht in das… schöne Restaurant, das teure. Du wolltest in das normale.“ „Aber das warst ja auch du. Das normale du, was so selten da ist. Ich meine, dich! Du warst mit mir dort, nicht J-Hope, nicht der Star sondern einfach nur Hoseok, weißt du?“ Sie sieht ihm zu, wie er über ihre Worte nachdenkt. „Meine Kleidung ist nicht Hoseok?“, fragt er schließlich. „Na doch schon. Irgendwie gehört das ja alles zusammen. Du bist J-Hope und Hoseok un beide sind miteinander verbunden. Und auch wenn du nicht J-Hope wärst, würdest du dich nie normal kleiden“, kichert Mila, worauf er ihr neckisch in die Nase zwickt. Lange sehen sie sich an, ohne dass einer ein Wort verliert.
Ich bleibe hier“, quiekt sie plötzlich. Sie wollte es ihm gelassen erzählen, doch sie ist so aufgeregt, dass ihr Herz bestimmt so schnell pocht wie vor wenigen Minuten. „Was?“, fragt er nach und schaut sie erstaunt an. „Ich habe eine Wohnung gefunden und bereits einen Job gefunden. Ich muss zwar noch meine Sachen holen, aber danach bin ich für immer an deiner Seite“, erzählt sie ihm und lächelt ihn fröhlich an. Auf seinem Gesicht breitet sich das Lächeln aus, dass sie so sehr liebt. Überwältigt rollt ihm eine Träne über die Wange, welche Mila sofort wegwischt. Hoseok nimmt sie fest in die Arme. Mila spürt wie er vor Rührung anfängt zu zittern, sodass sie ihn noch ein wenig fester hält.
„Danke“, flüstert er ihr ins Ohr.
„Wofür?“, fragt sie grinsend nach und hat mittlerweile selbst Pipi in den Augen.
„Dich.“
-The Story Never Ends-
Mi-Ri x Suga
"Hallo! Lasst mich raus verdammt nochmal!" Laut hämmert Cho Mi-Ri gegen die Tür, die von außen zugesperrt wurde. "Lass' es einfach. Das bringt doch nichts." Kommt es von einer Ecke des Raumes in der sich Min Yoongi verärgert auf einem Stuhl niederlässt.
"Ich ruf' die Polizei, wenn ihr mich nicht augenblicklich hier rauslasst!", beginnt die junge Frau einen neuen Versuch, aus dem stickigen Raum entlassen zu werden. "Wir lassen dich und Suga erst wieder raus, wenn ihr das zwischen euch endlich geklärt habt", ruft ihr Jungkook von der anderen Seite aus zu. "Genau", bestätigt Hobi. Er war derjenige, der diese schwachsinnige Idee überhaupt erst vorgeschlagen hatte.
Aufgebracht läuft Mi-Ri vor der Tür auf und ab, überlegt wie sie am besten aus diesem Raum fliehen kann.
"Was macht ihr denn da?", ist eine neue Stimme hinter der Tür zu hören.
"NAMJOON!" schreit Mi-Ri, so laut sie kann, "hilf mir, bitte! Die haben mich hier eingesperrt" Bevor er auf ihre Worte reagieren kann, kommt ihr Hoseok zuvor: "Yoongi ist auch da drin. Sie haben sich mal wieder gestritten. Deshalb haben wir die Situation ergriffen und sie gemeinsam dort eingesperrt und lassen sie erst wieder raus, wenn sie sich endlich mal richtig vertragen haben." Mi-Ri hofft, dass ihr guter Freund Namjoon die anderen für verrückt erklärt und sie endlich aus dieser Hölle holt, noch eine weitere Minute und sie könnte nicht mehr für Sugas Sicherheit garantieren.
„Ich wusste gar nicht, dass ihr so geniale Ideen haben könnt, wie wäre es wenn ihr auch mal beim Schreiben so einfallsreich seid?“ Ein amüsiertes Auflachen ist zu hören, „Lasst sie da ja drin, dann müssen wir vielleicht keinen genervten Yoongi mehr ertragen." Ein verächtliches Schnaufen ist hinter Mi-Ri zu hören. Sie dreht sich um und schaut ihn vernichtend an. "Daran bist nur du schuld!" Anklagend richtet sie ihren Finger auf ihn. "Wieso bin ich denn jetzt schuld?", regt sich der Angesprochene auf.
„Wenn du mich nicht ständig so auf die Palme bringen würdest, säßen wir jetzt nicht hier drin fest.“ „Hab‘ ich uns hier eingeschlossen?“ „Ist das wichtig?“ Verzweifelt reibt sich Mi-Ri übers Gesicht. „Ich muss hier raus“, flüstert sie fast schon panisch. „Wir könnten es auch einfach über uns ergehen lassen und reden“, meint Suga und lehnt sich in seinem Stuhl zurück, um bequem sitzen zu können.
„Dein Ernst jetzt?!“, entgeistert starrt sie ihren Freund an. „Jaha“ kommt die genervte Antwort.
„Ich möchte aber nicht reden“, entgegnet sie ihm und setzt sich in die entgegengesetzte Ecke des Raumes auf den Boden. Mit angezogenen Knien, die Arme fest rumgeschlungen und geschlossenen Augen sitzt sie da, versucht Yoongi auszublenden und ihre innere Mitte wiederzufinden.
„Du musst aber auch immer aus allem ein Drama machen oder?“ Schweigen. Sie hat einfach nicht mehr die Nerven ihn zu ertragen und sich mit ihm zu streiten. „Hörst du mir überhaupt zu?“ Das beleidigte Schnauben kann sie einfach nicht mehr unterdrücken. Diese Doppelmoral kotzt sie so an.
„So wichtig kann es ja nicht sein, wenn du jetzt nicht mit mir redest“ Er steht auf und geht auf die Tür zu. „Könnt aufmachen Hyungs, wir haben es geklärt.“, ruft er seinen Freunden zu. „Mi-Ri, stimmt das?“ Als Antwort bekommt Jungkook nur Schweigen. „Natürlich stimmt das“, erwidert Suga für sie, „du kannst die Tür jetzt öffnen.“ „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie das wirklich auch so sieht“, wendet RM ein. „Mach‘ diese scheiß Tür auf oder ich trete sie ein!“, brüllt Suga und tritt einmal gegen die Tür. „Wir können warten“, kommt es nur von der anderen Seite. „So eine verfickte Scheiße“, flucht Yoongi und geht auf Mi-Ri zu. „Jetzt sag endlich, was du sagen willst. Ich will hier verdammt nochmal raus, ich habe echt besseres zu tun, als mich mit solchen Kindereien zu befassen.“
„Halt den Mund“, brüllt Mi-Ri und hält sich ihre Hände schützend über die Ohren. Sie kann ihn nicht mehr hören. „Ach jetzt soll ich den Mund halten? Entscheid‘ dich doch mal? Soll ich jetzt mit dir reden oder dich anschweigen?“ wirft er ihr entgegen.
„Du checkst es nicht oder?“ fassungslos starrt sie ihm nun direkt ins Gesicht. „Nein, das tu ich nicht“, pampt er sie an. Langsam steht sie auf und geht auf ihn zu. „Ich kann einfach nicht mehr!“ Mit einem Mal sind ihre Wangen nass und Tränen tropfen auf den Boden. Er schaut sie erschrocken an, geht einen Schritt auf sie zu. Sie weicht zurück und hebt abwehrend die Hände.
„Nie hast du Zeit. Immer hast du etwas `Besseres´ zu tun“, aufgebracht zeichnet sie Gänsefüßchen bei ihren Worten in die Luft und zieht verächtlich ihre Lippen zu einer Grimasse, welche ein Lächeln darstellen soll, „etwas Besseres als mich! Wenn ich frage, ob wir reden können, hörst du nie richtig zu. Mit den Gedanken bist du immer woanders und nicht bei mir. Ständig sagst du Verabredungen ab und setzt voraus, dass ich immer sofort zur Stelle stehe, wenn du dann doch mal ein kleines bisschen Zeit für deine Freundin übrighast“, sie wird von Schluchzern überwältigt, versucht sich wieder zu beruhigen.
Suga schaut sie weiterhin mit großen Augen an, ohne ein Wort zu verlieren. „Weißt du, ich kann das einfach nicht mehr. Ich halte das nicht mehr aus. Wir hatten seit über einem Monat keinen Sex mehr. Immer schläfst du ein!“ Man hört Stimmen von der Tür. „Könntest du das bitte nicht hier ansprechen, wo alle zuhören?“, zischt ihr Gegenüber mit roten Wangen. „Wann soll ich es denn sonst ansprechen? Du hast doch keine Zeit für mich. Ich könnte ewig warten. Ich habe es satt“
„Ich weiß ja, dass ich nicht leicht bin, echt. Aber ich habe einfach so viel zu tun und das weißt du! Ich stehe ständig unter Stress, arbeite sieben Tage die Woche, da hab‘ ich nun einmal wenig Zeit. Ich kann die anderen doch nicht einfach im Stich lassen.“, versucht er sich zu rechtfertigen.
„Aber mich kannst du im Stich lassen?“ Mi-Ri hat es geschafft, aufzuhören zu weinen und schaut nur noch resignierend in die Leere. Bevor Suga etwas erwidern kann, flüstert sie erschöpft: „Dann mach Schluss, wenn du keine Zeit für eine Freundin hast oder ich tu es.“
„Was hat sie gesagt?“, hört man Hobi nachfragen. Jungkook antwortet ebenfalls: „Ich hab‘ sie nicht verstanden“
„Was?“ fragt Suga geschockt. „Ich mach Schluss. Es ändert sich doch eh nichts, außer dass du mir leere Versprechungen machst.“ Er schaut sie mit großen Augen an: „Meinst du das wirklich ernst?“ „Ja“, antwortet sie mit fester Stimme. Normalerweise hätte sie an dieser Stelle einen ironischen Kommentar abgegeben, weshalb er nur noch geschockter schaut.
„Ich… das geht nicht“, stammelt er, „ich …, du ….“ Er scheint keine Worte finden zu können. Starrt sie einfach an.
Nachdem beide sich eine lange Weile angeschwiegen, den Blickkontakt gemieden haben und nur die aufgeregten Stimmen der anderen Member zuhören waren, wird Mi-Ri klar, dass die Beziehung beendet ist. Zitternd steht sie auf und läuft zu Tür. „Macht auf“, krächzt sie leise und klopft leicht gegen die Tür. „Was?“, kommt es verwirrt von RM. Da sie nun von unzähligen Schluchzern überrollt wird, ist sie nicht imstande ihm zu antworten, doch das muss sie auch nicht: „Macht einfach die Tür auf, Hyungs. Wir haben alles geklärt“, erklärt Yoongi ohne erkennbare Gefühle. „Endgültig“, flüstert er. Während sich die Tür öffnet, dreht Mi-Ri ihren Kopf. Direkt hinter ihr steht Suga mit ausdrucksloser Mine und starrt vor sich hin. Er schaut sie nicht einmal mehr an, steht da wie immer und wartet nur darauf, dass sie endlich aus seinem Leben verschwindet. Während sich alles in ihr zusammenzieht, dreht sie sich wieder zu Tür, in der die anderen Jungs stehen und sie mit offenen Mündern angaffen. Mit geballten Fäusten und feuchten Wangen schiebt sie sich an ihnen vorbei und rennt zum Fahrstuhl, der sie aus diesem Gebäude und weit weg von ihrem Ex-Freund bringt.
Immer leiser werden die Stimmen, die ihren Freund fragen, was passiert sei und wieso Mi-Ri weine. Alle erhalten als Antwort nur Schweigen von dem Eiskönig, welcher im Gegensatz zu Mi-Ri sehr gefasst wirkt, als würde sich nichts ändern. Alles würde normal weitergehen, als hätte sie nie etwas bedeutet.
Wütend schließt sie die Augen, um nicht die Endgültigkeit des Geschehens in Form der sich schließenden Fahrstuhltüren sehen zu müssen. Entschlossen nimmt sie sich vor, ihm nicht zu lange nachzutrauern, höchstens eine Woche weinend im Bett mit ihrer besten Freundin zu verbringen. Sie würde diesem Mistkerl nicht lange hinterherhängen und ihn hassen. Oh ja, sie wollte ihn für das alles hassen.
Entschlossen öffnet sie wieder die Augen und sieht nur noch den kurzen verweifelten Gesichtsausdruck ihres Ex. Er hat sich von seinen Hyungs abgewendet und schaut Mi-Ri nun direkt mit dem traurigsten Gesichtsausdruck an, den sie je bei ihm gesehen hatte, bevor sich die Fahrstuhltüren schlossen und beide für ewig trennen sollte.